
beyond peers: Wer du bist und was motiviert dich zur Gründung?
Pia: “Ich bin Pia, 34 Jahre alt, gebürtig aus Berlin aber lebe schon viele Jahre in MV, zur Gründung motiviert hat mich zum einen, dass ich im Masterstudium an der Uni Flensburg einen Fokus auf Entrepreneurship hatte und man dadurch dem Thema Gründung schon sehr nahestand und zum anderen, dass ich sehr abenteuerlustig und neugierig bin, wodurch ich mich immer gerne in neue Projekte stürze, die meine Begeisterung geweckt haben. Außerdem hatte ich den inneren Antrieb, dass ich gerne etwas im Bereich Wassersport machen möchte, dass auch einen gesellschaftlichen Impact hat.”
beyond peers: Was macht DeafVentures aus und welche Vision stehen dahinter?
Pia: “DeafVentures bietet als weltweit erste Kiteschule Kitesurf-Unterricht in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Unsere große Vision, dass DeafVentures eines Tages von Gehörlosen für Gehörlose ist (und die Kommunikation nicht durch Marie als Gebärdensprachdometscherin und mich als Kitelehrerin abläuft) konnten wir bereits in unserem 2. Jahr nach der Gründung erfüllen, da wir dank einer Förderung Patrick und Konstantin als erste DGS-Muttersprachler zu Kitelehrern ausbilden konnten. Patrick hat nun in 2024 die Hauptanteile übernommen und ist fleißig dabei, immer neue Angebote zu schaffen und damit unsere große Vision zu erfüllen, möglichst viele einzigartige Wassersport-Abenteuer rund um die Welt für Gehörlose möglich zu machen.”
beyond peers: Welche Herausforderungen haben dich besonders geprägt?
Pia: “Ich denke mich hat es besonders geprägt, die vielen Herausforderungen, die man bei einer Gründung durchlebt, zusammen mit Marie als Geschäfts-Partnerinnen (und Freundinnen) zu lösen. Das hat uns beide denke ich sehr geprägt und man hat sehr viel in der Kommunikation miteinander und insbesondere auch in Bezug auf die Kompromissbereitschaft mitgenommen. Auch das Learning, dass jede Herausforderung nicht das Ende ist, sondern neue Türen öffnen und man alles gemeinsam lösen kann.”
beyond peers: Welche Learnings oder Tipps möchtest du anderen Gründerinnen gern mitgeben?
Pia: “Auf jeden Fall nicht alles zu „zerdenken“, sondern einfach anzufangen. Weil wie gesagt, bei jeder Gründung wird es Herausforderungen geben und nicht alles wird immer so laufen, wie man sich das vorgestellt hat – das gehört dazu und hier gilt es dann, flexibel zu sein und Lösungen zu finden. Für uns war auch ganz wichtig, offen über unsere Idee zu sprechen, Netzwerk-Kontakte zu nutzen und bei vielen GründerInnen-Veranstaltungen präsent zu sein. Man weiß nie, wen man dort dann trifft und oft sind durch solche Begegnungen und Gespräche für uns unglaublich wichtige Synergieeffekte entstanden.”
beyond peers: Nenne einen Moment oder Wert, der die Arbeit bei DeafVentures gut beschreibt.
Pia: “Ein Moment, den ich nie vergessen werde, war ein Tag auf der Insel Ummanz (hier finden die meisten unserer Kitekurse statt), als auf der Kiteaufbau-Wiese mehr gehörlose als hörende KiterInnen vertreten waren. Und besonders gerührt ist man auch jedes Mal, wenn man später ehemalige TeilnehmerInnen an Spots rund um die Welt beim Kiten trifft und es einen freut, dass man Teil davon ist, dass diese Person nun selbstständig kiten kann.
Marie und ich hatten auch beide dieses Jahr Pipi in den Augen, als Patrick das erste Wassersportcamp für Taubblinde durchgeführt hat und wir beim Stand-Up-Paddling die strahlenden Gesichter der 20 taubblinden TeilnehmerInnen gesehen haben.”
