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beyond peers: Wie ist die Idee zu Ostsee Probiotika entstanden? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Eine lange Geschichte. 
Die Idee zu Ostsee-Probiotika zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Lange bevor die Marke überhaupt existierte. Das HanseHandelskontor (HHK), aus dem später vieles hervorging, wurde 1998 von meinen Eltern mitgegründet. Ich bin also bereits seit meiner Jugend mit den Produkten, den Herausforderungen und den Geschichten aus dem Familienunternehmen aufgewachsen. Fermentationsprojekte, Gewässersanierung, Gülleaufbereitung, die Arbeit mit Mikroorganismen und alternativen Umwelttechnologien– all das war früh Teil meiner Welt. 
Der Kräuterbeer, der heute KRÄUTERBAERRY heißt, kam 2006 dazu und hat mich sofort fasziniert. Dieses lebendige, fermentierte Produkt war etwas Besonderes und ich wusste damals schon, dass darin ein enormes Potenzial steckt. 

2009 wollte mein Vater das damalige Hansevital-network aus der HHK ausgliedern und dafür eine neue Firma gründen, die sich nur darauf konzentriert. Warum er gerade mich mit dabei haben wollte, war von Anfang an sehr klar: 

Er vertraute mir die Finanzen an. Ich hatte, wie er immer sagte, „einen Faible für Zahlen“ und nicht nur das, auch für Struktur, Transparenz und klare Abläufe. Deshalb wurde ich von Anfang an als Geschäftsführerin eingesetzt, mit Verantwortung für Abrechnung, Finanzverwaltung und Marketing. Das war der Anfang. „

beyond peers: Welche Problemstellung oder Inspiration stand am Anfang Ihrer Gründung? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Am Anfang stand für mich eine sehr praktische Problemstellung: Wir hatten ein großartiges Produkt aber keine passenden Strukturen. Das Network lief nicht so richtig und einen Online-Shop gab es bisher auch nicht. 

Doch ich wollte Kräuterbeer (heute KRÄUTERBAERRY) der Welt oder zumindest Deutschland zugänglich machen, denn seine Gesundheit durch Essen und Trinken zu unterstützen fand ich schon lange nicht nur faszinierend, sondern auch logisch, natürlich und absolut sinnvoll. Und Kräuterbeer passte da perfekt – einfach in der Anwendung, für alle geeignet, nur aus Kräutern, Beeren und probiotischen Kulturen – was will man mehr? 

Die Inspiration war also nicht ein „großer Moment“, sondern die Überzeugung: Dieses Produkt kann Menschen helfen und es braucht einen professionellen, klaren Rahmen, um zu wachsen. „

beyond peers: Was hat Sie persönlich motiviert, selbst zu gründen? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Neben der Überzeugung, dass Kräuterbeer/Kräuterbaerry ein wirklich sinnvolles und hilfreiches Produkt ist, dass in jedem Kühlschrank stehen sollte, hatte ich einen anderen Grund mit einzusteigen. Ich hatte bereits früher bemerkt, dass ich mich wirklich schwertue, als Angestellte zu arbeiten. Wie sollte ich kreativ sein, neue Ideen und Konzepte entwickeln, wenn ich immer erst Tage, Wochen und Monate auf die Zustimmung der oberen Entscheidungsträger warten musste, die am Ende vielleicht alles abgesagt haben. Damit konnte ich nicht umgehen und somit war es meine Chance, endlich auch ins Tun zu kommen. Und die schnelle Umsetzung von Entscheidungen forcieren wir noch heute in unserer Manufaktur.“ 

beyond peers: Welche Schritte auf dem Weg zur Gründung waren für Sie besonders prägend? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Der prägenste Schritt war die Versammlung des Kerns der Networker und die Mitteilung, dass wir für das Network eine separate Firma gründen, die ab sofort für die Abrechnung zuständig ist und nun von mir und nicht dem bisherigen Kopf geleitet wird. 

Die meisten Network-Mitglieder standen mir als Mitzwanzigerin damals etwas skeptisch gegenüber – und ich musste nun also das Vertrauen meines Vaters unter Beweis stellen. „

beyond peers: Welche Herausforderungen sind Ihnen begegnet, und wie haben Sie sie gelöst? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Da gab es viele. Zu Beginn die Suche nach dem passenden Abrechnungssystem mit Tiefenverpovisionierung, Online-Shop und Warenwirtschaft. Schließlich hatte ich genau eines gefunden, dass all unseren Bedürfnissen entsprach. Das war die erste größere Investition der neuen Firma. 
Dann kam der Einbruch des Networks. Es war ein Umdenken nötig. Und so wechselten wir den Fokus hin zum Direktkunden, Onlineshop und auch die stärkere Einbeziehung von Präventologen, Ernährungsberatern, Heilpraktikern und Ärzten. 

Dazu kam die bis heute größte Herausforderung: die verbotenen gesundheitsbezogenen Aussagen. 
Wir kennen den wirkungsvollsten Schmerzpunkt unserer Kundinnen und Kunden, aber wir durften und dürfen ihn wettbewerbsrechtlich nicht ansprechen. Das ist frustrierend, weil man weiß, dass man helfen könnte, aber rechtlich gebunden ist. 

Dieses Thema begleitet uns dauerhaft und zwingt uns immer wieder zu neuem Lernen, zu neuen Formulierungen und zu einer noch saubereren, transparenten Kommunikation. Neuerungen in den Health Claims und neue Beschlüsse und Urteile im Wettbewerbsrecht verstärken die Situation immer wieder. 
Die Verbote von besonders tollen Zutaten wie Jiaogulan oder Cystus führten dazu, dass wir unsere Rezepturen anpassen mussten – z.T. innerhalb von einer Woche. Da ist flexibles Denken und Handeln entscheidend, um am Markt zu bleiben. 

2016 war wohl der einschneidenste Punkt: als mein Vater im Februar starb und damit unser Gründer und Visionär von uns ging. Dazu kam dann der Umzug zurück in die Manufakturräume in Stralsund. Das brachte uns als Familienmanufaktur näher zusammen. Mein Bruder hatte sich nur wenige Monate davor entschieden, wieder in die Firma mit einzusteigen und sein erlerntes Marketing-KnowHow mit einzubringen. Die vielen dankbaren Kundenrückmeldungen haben uns in der Entscheidung, weiterzumachen gestärkt. 
Eine prägende Entscheidung war unser Entschluss „weg vom Gesundheitsversprechen hin zum guten Bauchgefühl“. Diese Positionierung hat uns nach Jahren des suchens ein neues Sicherheitsgefühl gebracht, mit dem sich alle identifizieren und das uns zudem mehr Spielraum auch in der Produktgestaltung lässt.

beyond peers: Was macht Ihre Manufaktur und Ihre Produkte heute besonders? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Wir haben die Leidenschaft für Fermentation und Qualitätsarbeit nie verloren. 
Unsere Produkte entstehen in echter Handarbeit, mit hochwertigen Zutaten und viel Geduld. 
Wir fermentieren traditionell, ohne Abkürzungen, ohne Kompromisse. 
Besonders ist auch, dass wir aus einer langen Familiengeschichte herausarbeiten – mit Wissen, Erfahrung und echter Verantwortung. 

Und: Wir schaffen es trotz aller rechtlichen Hürden transparent, ehrlich und kundenfokussiert zu kommunizieren. Das ist uns wichtig, weil Vertrauen unser größtes Kapital ist. Nicht zuletzt sind wir noch immer eine Familienmanufaktur und unsere Kunden sind (früher oder später) auch unsere Freunde und das spüren sie. „

beyond peers: Welche Ratschläge möchten Sie anderen Gründerinnen in MV mitgeben? 

Antje (Ostsee Probiotika): „Glaubt an euren Weg, auch wenn er nicht linear ist. 
Viele Gründungen entstehen nicht aus einer perfekten Idee, sondern aus Verantwortung, Mut und dem Wunsch, etwas besser zu machen. 

Ihr dürft straucheln, zweifeln, umkehren oder neu planen. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und Entscheidungen nicht ewig aufzuschieben, sondern ins Handeln zu kommen. 
Und: Sucht euch früh Menschen, die euren Weg mittragen – rechtlich, finanziell und persönlich. „

beyond peers: Was wünschen Sie sich für die Zukunft von Ostsee Probiotika

Antje (Ostsee Probiotika): „Ich wünsche mir noch immer, dass in jedem guten Kühlschrank eine Flasche KRÄUTERBAERRY steht – so wie Gemüse und Trinkwasser. 

Ich wünsche mir, dass unsere edelsten KRÄUTERBAERRY den Weg auf Yachten nach Monacco und Antibes schaffen, wo Prävention und Detox über die Ernährung bereits zum guten Ton gehören. 
Ich wünsche mir, dass wir bei all den Plänen unseren Manufakturcharakter und den Charme eines Familien-und Freunde-Unternehmens behalten – ein zweites Zuhause auch für die kommenden Generationen. „

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