
Selbst ein Unternehmen zu gründen ermöglicht Frauen oftmals eine Förderung selbstständigen Arbeitens unabhängig von traditionellen Hierarchien und Aufstiegsstrukturen. Es kann darüber hinaus eine Möglichkeit sein, eigene Ideen umzusetzen, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten und berufliche Ziele stärker an der eigenen Lebensrealität zu orientieren. Mehr Frauen für die Gründung eigener Unternehmen zu gewinnen, ist allerdings nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. In unserer Gesellschaft bleibt viel unternehmerisches Potenzial ungenutzt, solange Frauen als Gründerinnen unterrepräsentiert sind.
Herausforderungen bei der Gründung überwinden
Um bestehenden Hürden für Frauen mit dem Wunsch zu gründen zu überwinden, braucht es sowohl individuelle als auch strukturelle Förderung. Ein wichtiger Schritt für einen selbst kann das bewusste Hinterfragen und Überwinden sozialer Erwartungen sein. Auch finanzielle Aspekte sollten frühzeitig mitgedacht werden.
Finanzierung
Förderungen speziell für Frauen die gründen sind wichtig, da sie gezielt bestehende strukturelle Ungleichheiten adressieren und Zugangsbarrieren zu Kapital, Wissen und Netzwerken abbauen können. Sie schaffen geschützte Räume, in denen Gründerinnen ermutigt werden, unternehmerische Risiken einzugehen und Selbstvertrauen aufzubauen.
Bei der Planung lohnt es sich dementsprechend nach (finanzieller) Förderung speziell für Frauen die gründen zu recherchieren. Beispiele hierfür sind Programme wie der Gründerinnenfond des Bundes, regionale Initiativen und EXIST Women. Insbesondere das Gründungsstipendium von Exist Women kann für Gründerinnen eine wichtige Hilfe für den Start in ein eigenes Unternehmen sein, da es sowohl finanzielle Hilfe als auch Netzwerkstrukturen in Aussicht stellt. Mit Standorten in Rostock, Greifswald und Stralsund gibt es in MV drei Standorte an denen Frauen mithilfe von Exist Women unterstützt werden.
In der Region gibt es darüber hinaus die Business Angels, welche einen besonderen Fokus auf Investitionen in der eigenen Region legen. Über die finanzielle Unterstützung hinaus fördern solche Angebote die Sichtbarkeit von Gründerinnen und begünstigen die nachhaltige Entwicklung von kooperativen Strukturen.
Portale wie die Förderdatenbank oder auch die Plattform Existenzgründerinnen können dabei helfen einen genauen Überblick über aktuelle und lokalen Möglichkeiten zur Förderung für Gründerinnen zu erhalten.
Auch Beratungsstellen können wichtigen Input zum Thema Finanzierung von Gründungen bieten. Dafür gibt es einige Anlaufstellen in Mecklenburg-Vorpommern. Das digitale MV aber auch GründerMV oder die Gründungswerft sind regionale Anlaufstellen. Auch Hochschulen und Universitäten bieten Beratungen für Gründungsinteressierte. Speziell in Rostock ist es das Zentrum für Entrepreneurship.
Der Aspekt der sozialen Absicherung spielt für viele selbstständig tätige Personen ebenfalls eine wichtige Rolle. In einigen Branchen gibt es Solidaritätsstrukturen, wie zum Beispiel die Künstlersozialkasse. Sie zeigen gut, wie selbstständige Arbeit mit sozialer Sicherheit verbunden werden kann. Bei einer Unternehmensgründung lohnt es sich entsprechend sich über mögliche Solidaritätsstrukturen im eigenen Arbeitsfeld zu informieren.
Die Rolle von Netzwerken
Netzwerke, spielen eine zentrale Rolle für die Förderung von Frauen die vorhaben zu gründen. Dies gilt sowohl für berufliche als auch für private Kontexte. Berufliche Netzwerke, wie beyond peers bieten Zugang zu Wissen, Kapital und Kooperationspartnern und können dabei helfen, informelle Hürden im Gründungsprozess zu überwinden. Gerade für Frauen sind geschützte Netzwerke wichtig, um Erfahrungen auszutauschen, Sichtbarkeit zu erhöhen und gegenseitige Unterstützung zu erfahren.
Auch private Netzwerke sind von großer Bedeutung. Rückhalt durch Familie, Freundeskreis oder Partnerschaften kann entscheidend dafür sein, unternehmerische Risiken einzugehen und Phasen hoher Belastung zu bewältigen. Innerhalb der Familie sollten bei Aspekten wie Elternzeit und Care-Arbeit die gegenseitigen Erwartungen abgeklärt werden. Modelle, die eine gleichmäßigere Aufteilung der Arbeit innerhalb der Familie und/oder eine finanzielle Entlastung für Mütter mitdenken, können dazu beitragen, finanzielle Einbußen für Frauen, die gründen möchten möglichst gering zu halten.
Warum gründen Frauen seltener?
Im Durchschnitt sind Frauen seltener an Unternehmensgründungen beteiligt als Männer. Eine große Rolle spielen dabei strukturelle Probleme, die Frauen den Weg in die Selbstständigkeit erschweren. Dazu zählen unzureichende Angebote in der Kinderbetreuung, das Fehlen weiblicher Vorbilder in der Gründungsszene sowie soziale Rollenbilder. Auch die durchschnittlich geringeren finanziellen Mittel von Frauen spielen eine große Rolle, da Gründungen oftmals mit finanziellen Risiken einhergehen.
Besonders stark zeigt sich dieser Unterschied in der Start-up-Branche, wo der Anteil der Gründerinnen laut Female Founders Monitor 2025 bei lediglich 18,8 Prozent lag.
Ein zentraler Grund dafür ist die geringere Präsenz von Frauen in Studiengängen wie zum Beispiel Wirtschaftsingenieurwesen oder Informatik, die klassischerweise stark in der Start-up-Szene vertreten sind. Da viele Programme zur Förderung auf technologische und MINT-bezogene Innovationen ausgerichtet sind, profitieren Start-ups aus dem sozialen oder gemeinwohlorientierten Bereich häufig weniger von Förderungen.
Komm auf uns zu!
Du bist eine Frau aus Mecklenburg-Vorpommern und möchtest ein Unternehmen gründen? Komm auf uns zu und wir helfen dir weiter. Egal welche Fragen bei dir aufkommen, wir leiten dich an die richtige Stelle in Mecklenburg-Vorpommern weiter und begleiten dich auf deinem Weg zum eigenen Unternehmen. Schreib uns eine Mail an hallo@beyondpeers.de